Wie wollen wir in Zukunft leben? Diese Frage treibt mich seit einiger Zeit um. In Zeiten von Dieselgate, Digitalisierung und dem angespannten Wohnungsmarkt in den deutschen Großstädten suche ich seit Langem nach einer positiven Utopie für unsere Zukunft und Zusammenleben.

Im Rahmen dieser Reihe möchte ich auf die unterschiedlichen Themen näher eingehen und meine Erfahrungen und Eindrücke niederschreiben.

Doch lasst mich einen kleinen Bogen um das Thema spannen: Ich lebe, mit kleineren Unterbrechungen, mein ganzes Leben schon in Berlin. Aufgewachsen bin ich im östlichen Speckgürtel von Berlin und bin dann später in den Szenebezirk Friedrichshain gezogen. Mit einer kleineren Unterbrechung von 3 Jahren, in denen ich in Merseburg (ca. 34.000 Einwohner) lebte, habe ich also meine Beobachtung vor allem in der deutschen Hauptstadt gesammelt.

Wohnungsmarkt in Berlin

Doch warum schreibe ich das nieder? Jeder Mensch muss irgendwo leben. Berlin ist eine Szenestadt und die Arbeitsplätze sind attraktiv. Nicht nur für Arbeitnehmer, sondern natürlich auch für Arbeitgeber. Der Breitbandausbau ist, im Gegensatz zu anderen Regionen in Deutschland, breitflächig ausgebaut und dementsprechend ansprechend für Startups und innovative Firmen. Klingt doch alles super, oder?

Nun ja, schaut man sich die Preisentwicklung für Wohnungen an, zeigt sich ein anderes Bild. Seit einigen Jahren liest man von enormen Problemen bei der Wohnungssuche[1][2]. Ich selber konnte letztes Jahr eine bezahlbare Wohnung in Friedrichshain beziehen. Überglücklich über diese Möglichkeit – wir haben die Wohnung übrigens erhalten, weil meine Freundin im sozialen Bereich arbeitet – schauten wir nicht schlecht, als wir die Miete unserer Nachbarn erfuhren. Sage und schreibe 300€ weniger als unser aktueller Vertrag, bei den selben Konditionen versteht sich.

Während der Wohnungssuche machten wir die Erfahrung, dass jeder Vermieter, ganz unabhängig von der Mietpreisbremse, einen ordentlichen Aufschlag auf die alte Miete schlagen. Ein Freund von mir ist aktuell auf Wohnungssuche und macht noch absurdere Erfahrungen: Dort gibt es dann Inserate, welche für 40m² 900€ verlangen. Angebot und Nachfrage eben.

Dem geneigten Leser dürfte hoffentlich klar sein – längerfristig kann das nicht gut gehen! Diversität und pluralistische Gesellschaften dürfen nicht aus den Innenstädten vertrieben werden. Bisher sind alle politischen Bestrebungen im Sande verlaufen oder brachten nicht genug Druck auf die betroffenen Parteien.

Noch ist unklar, ob und wie politisch interveniert werden kann, sodass auch ein Mehrgewinn für die hier schon lebenden Menschen hergestellt wird.

Im nächsten Teil geht es um die Digitalisierung und die damit einhergehenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Share this...
Share on Reddit
Reddit
Email this to someone
email
Tweet about this on Twitter
Twitter