Der Koalitionsvertrag steht – und wenigstens das Heimatministerium kommt. Die Union und SPD haben sich auf einige Punkte verständigt, die Deutschland für die Zukunft gut vorbereiten soll. Dem geneigten Leser wird jedoch beim Studium des Vertrages eines auffallen: das Internet ist nach wie vor Neuland.

Das wird ganz besonders deutlich, wenn man die Aussagen der CSU-Staatssekretärin Dorothee Bär betrachtet. Sie postuliert in einem Interview: “Als besonders wichtig sehe ich den schnellen Anschluss von Schulen, Krankenhäusern und Gewerbegebieten. Dort werden heute schon Gigabit-Bandbreiten benötigt. Und wenn die Schülerinnen und Schüler erst einmal Erfahrungen mit dem Gigabitnetz gesammelt haben, bin ich guter Hoffnung, dass Privathaushalte sich auch für die schnellen Anschlüsse entscheiden. Im Moment haben wir ja das Problem, dass die Telekommunikationsunternehmen auch ihre 100 oder 200 MBit/s-Anschlüsse nicht loswerden.”[Quelle:Golem]

Diese Aussage ist in vielerlei Hinsicht irreführend. Einerseits impliziert sie, dass nur ein geringer Teil der Bevölkerung an „schnellem“ Internet Bedarf sieht und es überhaupt keinen Markt für noch schnellere Anbindungen gäbe. Andererseits, und hier zeigt sich der Argumentationsfehler, wurde der Breitbandausbau nicht konsequent umgesetzt. Wie der Bayrische Rundfunk berichtete, wurden von den veranschlagten 689.241.000€, gerade einmal rund 3,1% (22.450.000€) der Fördermittel tatsächlich ausgegeben. In einem Land, welches von seinen Innovationen und seiner Vorreiterstellung in der Industrie lebt, ein Armutszeugnis. [Quelle: BR]

Deutschland verpasst die Digitalisierung und bleibt Bummelletzter. Im internationalen Vergleich sieht es daher nicht so rosig aus. Dort belegt Deutschland einen traurigen 25.Platz.
Infografik: Deutsches Web zu langsam für die Weltspitze | Statista

Das Dorf 2.0

Da stellt sich mir natürlich die Frage, ob schnelles Internet überhaupt wichtig ist. Und ja, natürlich ist es wichtig! Ich bin sogar der Meinung, dass eine gut ausgebaute Infrastruktur für den Standort Deutschland von entscheidender Rolle ist. Mit der immer fortschreitenden Digitalisierung werden immer mehr Berufe auch im Home-Office zu erledigen sein. Dieser Umstand kann und sollte dazu führen, dass die überfüllten Städte entlastet werden. Die horrenden Mietpreise könnten eine Entlastung erfahren, da niemand mehr gezwungen ist, in die Städte zu ziehen, weil sich dort die Arbeitsplätze (Internetanschlüsse) befinden.

Alternative Wohn- und Lebenskonzepte könnten ausprobiert und – vorausgesetzt der Lebensmittelpunkt der Menschen wird verlegt – verfeinert werden. Die Abwanderung in die urbanen Regionen von den ländlichen Gebieten könnte umgekehrt werden.

Natürlich ist das alles eine Utopie meinerseits, aber ich sehe mit der Digitalisierung eine große Chance und die, sollten wir nutzen!

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